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Die Geschichte:

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1886
wurde Victoria, die gute alt-ehrwürdige Nürnberger Auto, Fahrrad- und Motorrad –Marke, von Max Frankenburger und Max Ottenstein in Nürnberg gegründet. Damals hieß das Unternehmen aber noch „Frankenburger und Ottenstein Nürnberg“. Es wurden zuerst Hochräder und sog. Sicherheitsräder produziert.

1888
verließ bereits das 1000ste VICTORIA – Fahrrad die Fertigungshallen.

1893
hatte das Werk bereits eine 259 Mann starke Belegschaft !

1895
wurde das Unternehmen in die „Victoria Fahrradwerke AG, vormals Frankenburger und Ottenstein“ umgewandelt. Das Aktienkapital betrug stolze 1,5 Millionen Mark.

1896
gab es die ersten Fahrräder mit Luftreifen (damals von Dunlop zugekauft)

1899
wurde der Name des Werkes in „Victoria Werke AG“ geändert, da man mit dem Bau von Motorrädern beginnen wollte.

1900
war die Entwicklung zum ersten „Victoria-Motorwagen“ abgeschlossen, welcher auf der damaligen Motorwagenausstellung in Nürnberg bereits mit der „goldenen Medaille“ ausgezeichnet wurde. Die Serienproduktion lief hier allerdings noch nicht an, wobei aber auf Wunsch schon einzelne Exemplare für den Verkauf gefertigt wurden.

1901
stellte Victoria die ersten Motorräder her. Diese hatten 1,75 PS, einen Oberflächenvergaser und einen Flachriemen als Kraftübertragung. Das Öl musste mit der Handpumpe regelmäßig selbst gefördert werden. Die Gabel war ungefedert und das Tretlager des Fahrradrahmens wurde beibehalten. Als Einbaumotoren wurden Aggregate von Fafnir, FN, Cuddel, Minerva und Zedel eingesetzt.

1904/1905
verbaute man die ersten Beiwagen, allerdings vor dem Motorrad, also waren es eigentlich eher „Dreiräder“ denn Beiwagenmaschinen. Außerdem wurden jetzt auch offiziell „Automobile“ produziert. Das berühmte „Doctors Cabriolet“, der „kleine Motor-Gepäck-Wagen“; der „Zweisitzer“ sowie die „sechssitzige Limousine“ hatten allerdings nur wenig Erfolg und wurden nur bis 1912 hergestellt.

1906
waren die ersten 2-Zylinder-Maschinen mit 2,5 – 3 PS erhältlich. Auch hier war nach wie vor eine Tretkurbel zu finden.  

1920
begann nach dem Krieg die Produktion mit dem modernsten Motorrad seiner Zeit, der „KR I“. Sie hatte einen längs eingebauten sv 2-Zylinder Boxer-Motor („M II B 15“) von BMW, 494 ccm, 2 Gänge, stolze 6,5 PS und die erste teleskopähnliche Vorderradgabel.

1922/1923
Da BMW nun eigene Motorräder („R 32“) fertigte, war die Zulieferung der Motoren somit weggefallen. Jetzt kam Martin Stolle als neuer Mitarbeiter zu Victoria. Stolle, der zuvor bei BMW tätig war, entwickelte einen neuen - jetzt mit ohv – Steuerung versehenen - 2-Zylinder-Boxermotor mit 9 PS, der in die „KR II“ abermals längs eingebaut wurde. Dieser wurde anfänglich bei der Firma Wilhelm Sedlbauer in München gefertigt. Später wurde dieses Werk, aus Mangel an Produktionskapazität, von Victoria aufgekauft und die Produktion nach Nürnberg verlagert.

1924
folgte die „KR III“ mit Kettenantrieb, Trommelantrieb, 3 Gängen und 12 PS.

1925
baute Dipl. Ing. Steinlein den ersten deutschen Kompressormotor bei Victoria.

1926
erreichte eine 497 ccm Kompressor - Victoria eine neue Welthöchstleistung von 165 km/h.

1927
wurden Maschinen mit 596 ccm – „KR VI“ – gebaut.

1928
hatte man diese Modelle in „KR 6“ umbenannt und davon auch Hochleistungs-Sport- maschinen mit 24 PS und Doppelvergaser (später als „KR 7“) angeboten. Gleichzeitig erschienen die 200 ccm sv- („K.R. 20“) und 350 ccm ohv („K.R. 35“) Modelle, um die Programmpalette nach unten abzurunden.

1930/31
kamen zudem noch 500 ccm sv („KR50“) und ohv („KR 50 S“) - Einbau Motoren von Sturmey Archer ins Programm.

1932
gewann Victoria die Europa-Bergmeisterschaft bei den Gespannen bis 600 ccm und nennt deshalb ab sofort die neue KR 6 jetzt  „KR 6 – Bergmeister“, welche 4 Gänge und 20 PS hatte. Gleichzeitig wurden die Modelle „KR 15“ und „KR 20 Z“ mit ILO-Zweitakt-Motoren aus Pinneberg ausgeliefert.

1934
konnten aufgrund eines Einfuhrverbotes für Motoren keine Sturmey Archer Modelle mehr gefertigt werden. Deshalb lieferte man wohl etwas voreilig den von Martin Stolle entwickelten „KR 8“- Motor aus, welcher leider mit thermischen Problemen zu kämpfen hatte.

1935
fand die daraus entstandene Weiterentwicklung des Motors in der „KR 9 – Fahrmeister“ (ioe) ihre Verwendung. Im selben Jahr wurden auch die „KR 35 B“ und „KR 35 G“ mit Lackler Patent-Zylinderköpfen gebaut.

1937
wurden letztere dann von der „KR 35 Sport“ mit Columbus ohv -Motor abgelöst. Die neuen Zweitakt-Motoren mit Flachkolben-Steilstrom-Spülung, von Richard und Xaver Küchen entwickelt, baute man jetzt in die Modelle „KR 20 LN - Lux“ und „KR 25 S Aero“ ein.

1938
produzierte man die Viertakt-Modelle „KR 35 SN“ (18 PS) und „KR 35 SS“ (20 PS) mit Columbusmotoren. Parallel dazu gab es auch noch die von Albert Roder entwickelten Zweitakt-Modelle „V 99 N - Fix“, „KR 12 N“ und „KR 15 N“.

1939
brachte der Kriegsbeginn die Produktion bis auf die „KR 35 - Pionier“ fast zum Stillstand.  

1945
hatte der Krieg die Produktionshallen des Werkes schwerst beschädigt (auf 25 und 40% ihres Bestandes).

1946
begann man wieder mit der Produktion eines Fahrrad-Motors, dem „FM 38“. Er hatte 38 ccm, 1 PS und wurde noch von Roder konstruiert, bevor dieser zu NSU wechselte.

1949
erlebte die „KR 25 Aero“ ihre Wiedergeburt mit Vorkriegstechnik.  

1950
kam auch die „V 99“ jetzt als „V 99 BL - Fix“ wieder auf den Markt. Die „KR 25 Aero“ wurde jetzt mit Telegabel ausgeliefert. Zwischenzeitlich wurden die Modelle „Vicky I“ und „Vicky II“ mit den FM 38 Motoren gebaut. Zum Jahreswechsel hatten die Victoria-Werke eine Belegschaft von 1300 Mann und einen verdoppelten Umsatz im Vergleich zum Vorkriegsstand: über 40.000 Einbaumotoren, ca. 14.000 KR 25 Aero, viele 100ccm Motorfahrräder, Fahrräder und Freilaufnaben sowie einen beträchtlichen Exportanteil.

1951
fährt Georg Dotterweich mit einem „FM 38“-Motor auf der Autobahn München-Ingolstadt einen neuen Weltrekord von 79 km/h ! Die „KR 25 Aero“ war jetzt zusätzlich mit „Jurisch – Geradeweghinterradfederung“ zu bestellen und das aus ihr weiterentwickelte Modell „KR 25 HM Aero“ mit dem Hochleistungs-Motor kam neu dazu. Zudem wurde nun begonnen sehr hoch entwickelte Nähmaschinen zu produzieren.

1953
erweiterte Victoria die Produktpalette um die, ebenfalls aus der „KR 25“ weiterentwickelten „KR 26 Aero“ und die „V 35 Bergmeister“, welche von den Gebrüdern Küchen gänzlich neu entwickelt wurde. Sie hatte einen V 2-Zylinder ohc-Motor, 350 ccm, 21 PS, ein Kettengetriebe und Kardanantrieb.

1954
gewann Rudi Ebert mit einer „V 35 Bergmeister“ bei der 2500 km Langstreckenfahrt von Lüttich-Mailand-Lüttich die 500 ccm Gespannklasse.

1955
kam der von Norbert Riedel konstruierte 200 ccm Zweitakt - Roller „Peggy“ auf den Markt. Dieser war mit einer neuartigen elektromagnetischen Drucktastenschaltung, Elektrostarter, Gebläsekühlung und einer Triebsatz-Hinterradschwinge versehen. Das technisch gleiche Modell „KR 21 Swing“ war durch diese hochwertigen Technologien leider ebenso teuer in der Herstellung.

1957
wurde mit dem italienischen 175 ccm ohv-Motor von Parilla das neue und letzte Victoria-Motorrad namens „KR 17 Parilla“ gebaut. Parallel wurde aber ein Kleinwagen mit einem gebläsegekühlten 250 ccm – Zweitaktmotor gefertigt, welcher eine Peggy und Swing ähnliche elektromagnetische 5-Gang-Schaltung hatte. Er trug zuerst den Namen „Spatz“, später „Victoria 250“

1958
gingen in ganz Deutschland die Verkaufszahlen dramatisch zurück, was auch bei Victoria nicht durch die Moped-Modelle ausgeglichen werden konnte. Deshalb fusionierte jetzt Victoria mit den Express-Werken (Neumarkt) und der Auto-Union GmbH – DKW Motorradabteilung (Ingolstadt) zur Zweirad-Union AG.
Victoria brachte seine „Vicky“ - Moped-Linie, Express seine „Radexi“ und DKW seinen guten Namen mit in diese neue Firma ein. Da aber von nun an keine „Motorrad-Leute“ mehr in den Führungsetagen saßen, sondern einfach nur das produziert wurde was sich besser verkaufen ließ, war es schon jetzt keine klassische „Motorradfirma“ mehr.

1966
wurde die Zweirad-Union formell von Hercules übernommen, womit der gute alte Name „Victoria“ entgültig aus den Preislisten der Motorradhändler verschwand.

Konstrukteure bei Victoria:
(in alphabetischer Reihenfolge)

Richard Küchen (V 35)
August Prüssing (Zweitaktspezialist, vorher DKW)
Norbert Riedel (Swing)
Albert Roder (FM 38)
Gustav Steinlein (498er Kompressor-Rennmaschine)
Martin Stolle (K.R. II, KR 8)
Ernst Wüstenhagen (KR17 Parilla) 

Bekannte Rennfahrer auf Victoria:
(in alphabetischer Reihenfolge)

Herbert Adam
Josef Alt (München)
Toni Babl
Hans Best
Karl Bodmer (Elbingen)
Joe Will Brand (München)
Adolf Brudes
Georg Dotterweich
Rudi Ebert
Hans Escoffier
Nikolaus Fellner
Kurt Füglein (Nürnberg)
Gerlach (Dortmund)
Giggenbach
Georg Goppert
Eugen Grohmann (Österreich)
Hoefle
Willi Hoffmann
Max Krieger (Suhl)
Karl Mahlenbrei
Heinz Mayer
Josef Mayr (München)
Ferdl Mitterer (Österreich)
Möhring
Josef Möritz (München)
Othmar Mühlbacher (Österreich)
Hermann-Paul Müller (Bielefeld)
Paul Müller (Augsburg)
Alfred Oberländer
Harald Oelerich
Eugen Reinfurt
Hans Richter (Nürnberg)
Fritz Rieß
Johannes Rössig
Richard Theobald
Sepp Thevis
Zimmermann

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